Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. In der Türkei wird jedes Jahr bei Tausenden von Männern eine neue Diagnose gestellt. Die gute Nachricht jedoch: Im Frühstadium erkannter Prostatakrebs ist in den meisten Fällen behandelbar. Regelmäßiges Screening ist dabei lebensrettend.
Was ist ein PSA-Test? Ab welchem Alter sollte er durchgeführt werden? Wie werden die Ergebnisse interpretiert? Wir beantworten alle diese Fragen.
Was ist der PSA-Test?
PSA (Prostata-spezifisches Antigen) ist ein Protein, das von der Prostatadrüse produziert wird. Der im Blut gemessene PSA-Spiegel gibt wichtige Hinweise auf die Prostatagesundheit. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht immer Krebs; auch eine Prostatavergrößerung (BPH), eine Prostatitis oder eine Harnwegsinfektion können den PSA-Wert erhöhen. Daher sollte das PSA-Ergebnis immer von einem Urologen bewertet werden.
Wie hoch sollte der PSA-Wert sein?
Es gibt keinen exakten „normalen" Wert für PSA; die Beurteilung erfolgt je nach Alter und Risikofaktoren:
- 40–49 Jahre: 0–2,5 ng/ml
- 50–59 Jahre: 0–3,5 ng/ml
- 60–69 Jahre: 0–4,5 ng/ml
- 70 Jahre und älter: 0–6,5 ng/ml
Ergebnisse über diesen Schwellenwerten können eine weitere Untersuchung erfordern. Jedoch ist nicht nur der einmalige PSA-Wert wichtig, sondern auch die Veränderungsgeschwindigkeit über die Zeit (PSA-Velocity).
Wann sollte das Prostatakrebs-Screening beginnen?
- Ab 50 Jahren wird für Männer mit allgemeinem Risiko ein routinemäßiges PSA-Screening empfohlen
- Ab 45 Jahren für Männer, bei deren erstgradigem Verwandten (Vater, Bruder) Prostatakrebs aufgetreten ist
- Ab 40 Jahren für Männer, bei denen mehr als ein erstgradiger Verwandter Prostatakrebs hatte oder die eine BRCA2-Mutation tragen
Die Screening-Häufigkeit wird je nach PSA-Spiegel festgelegt: Wenn der PSA-Wert unter 1 ng/ml liegt, reicht eine Kontrolle alle 2–4 Jahre; zwischen 1–3 ng/ml alle 1–2 Jahre.
Was wird bei einem erhöhten PSA-Wert unternommen?
Wenn der PSA-Wert erhöht ist, wird nicht direkt eine Biopsie durchgeführt. Dr. Serkan Doğan führt einen schrittweisen Bewertungsprozess durch:
- Berechnung des freien/totalen PSA-Verhältnisses
- Prostata-MRT (multiparametrische MRT) – Erkennung verdächtiger Bereiche ohne Biopsie
- Berechnung der PSA-Dichte (PSA/Prostatavolumen)
- Bei Bedarf gezielte (Fusions-)Biopsie
Was sind die Symptome von Prostatakrebs?
Frühstadium-Prostatakrebs verursacht häufig keine Symptome – deshalb ist das Screening so wichtig. Im fortgeschrittenen Stadium können folgende Symptome auftreten:
- Wasserlassschwierigkeiten oder schwacher Harnstrahl
- Blut im Urin oder Samen
- Schmerzen im Beckenbereich
- Knochenschmerzen (bei fortgeschrittener metastatischer Erkrankung)
Diese Symptome können auch auf andere Ursachen als Prostatakrebs zurückzuführen sein. In jedem Fall ist jedoch ein Urologenbesuch erforderlich.
Fazit: Früherkennung ist alles
Prostatakrebs ist eine Erkrankung, die bei frühzeitiger Erkennung mit hohen Erfolgsraten behandelt werden kann. Regelmäßiges PSA-Screening bietet diese Chance. Wenn Sie eine Familienvorgeschichte haben oder das 50. Lebensjahr erreicht haben, zögern Sie nicht, einen Urologen aufzusuchen.
