Die Penisprothese (Penisimplantat) ist eine dauerhafte und äußerst wirksame chirurgische Lösung bei Erektionsstörungen, bei denen alle anderen Behandlungen erfolglos geblieben sind. Moderne Prothesen, die mit heutiger Technologie hergestellt werden, weisen außerordentlich hohe Erfolgsraten hinsichtlich der Patienten- und Partnerzufriedenheit auf.
Es kann jedoch schwierig sein, zu diesem Thema korrekte Informationen zu finden. Wir beantworten die 8 am häufigsten gestellten Fragen ehrlich und verständlich.
1. Was ist eine Penisprothese?
Eine Penisprothese ist ein Implantat, das chirurgisch in den Penis eingesetzt wird und auf mechanischem Wege die für den Geschlechtsverkehr erforderliche Steifigkeit erzeugt. Es gibt zwei grundlegende Typen: aufblasbare (inflatable) und semirigide (malleable) Prothesen.
2. Was ist der Unterschied zwischen einer aufblasbaren und einer semirigiden Prothese?
Aufblasbare (Inflatable) Prothese
Sie besteht aus zwei oder drei Teilen. Über eine kleine Pumpe, die im Hodensack platziert wird, wird sie bei Bedarf aufgeblasen und nach dem Geschlechtsverkehr wieder abgelassen. Sie bietet das natürlichste Aussehen und Gefühl. Dreiteilige Modelle gelten als Goldstandard.
Semirigide (Malleable) Prothese
Sie besteht aus biegsamen Stäben, die immer eine gewisse Steifigkeit aufweisen. Für den Geschlechtsverkehr nach oben und für den Alltag nach unten gebogen. Ihre Verwendung und Pflege ist einfacher; kann für ältere oder in ihrer Handfertigkeit eingeschränkte Patienten bevorzugt werden.
3. Wie wird die Operation durchgeführt?
Der Eingriff erfolgt unter Allgemein- oder Spinalanästhesie. Über einen kleinen Schnitt am Penis oder Hodensack werden die Prothesenkomponenten eingesetzt. Die Operationsdauer beträgt in der Regel 45–90 Minuten. Äußere Schnitte oder Narben bleiben auf ein Minimum beschränkt.
4. Wer ist ein Kandidat für eine Penisprothese?
- Organische ED, die nicht auf medikamentöse Therapie (PDE5-Hemmer) anspricht
- Fälle, bei denen trotz Stoßwellen-, PRP- oder anderer Behandlungen keine Verbesserung erzielt wurde
- Schwere Verkrümmung und Erektionsstörung aufgrund von Peyronie-Krankheit
- Anhaltende ED nach Prostata-, Blasen- oder Beckenbodenchirurgie
- Fortgeschrittene diabetesbedingte ED
5. Wie verläuft die Genesungsphase?
- Krankenhausaufenthalt: In der Regel 1 Tag
- Erste 1–2 Wochen: Leichte Schmerzen und Schwellungen sind normal; werden mit Schmerzmitteln behandelt
- Rückkehr ins Berufsleben: Innerhalb von 1–2 Wochen möglich
- Beginn der Prothesennutzung: 4–6 Wochen nach der Operation, mit ärztlicher Genehmigung
- Vollständige Genesung: 6–8 Wochen
6. Wie hoch ist die Erfolgsrate?
Die Penisprothese ist eine der Behandlungsmethoden mit der höchsten Patienten- und Partnerzufriedenheit in der männlichen Urologie. Mit geeigneter Patientenauswahl liegt die Funktionsrate nach 10 Jahren über 90 %. Die große Mehrheit der Patienten würde die Operation einem anderen Urologen empfehlen.
7. Gibt es ein Komplikationsrisiko?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es auch bei der Penisprothese Risiken; wenn sie jedoch von einem erfahrenen Urologen durchgeführt wird, sind die Komplikationsraten äußerst gering:
- Infektionsrisiko: 1–3 % (mit modernen antibiotikabeschichteten Prothesen deutlich geringer)
- Mechanisches Versagen: 5–10 % langfristig (wird durch Prothesentausch behoben)
- Anästhesiekomplikationen: Ähnlich wie bei allgemeiner Chirurgie
8. Geht die natürliche Erektion nach dem Einsetzen der Prothese verloren?
Ja – nach dem Einsetzen der Prothese ist eine Rückkehr zur natürlichen Erektion nicht möglich. Deshalb ist die Penisprothese die letzte Option, auf die zurückgegriffen wird, wenn andere Behandlungen erfolglos geblieben sind. Die Entscheidung sollte nach einem umfassenden Bewertungs- und Aufklärungsprozess zwischen Patient und Arzt getroffen werden.
